Drucken

Ausstattung Insektenhotel

Ausstattung Insektenhotel

Ausstattung Insektenhotel

Wie sollte ein Insektenhotel ausgestattet sein ?

Meistens bestehen Insektenhotels aus einem mit Naturmaterialien gefülltem Holzkasten.
Dabei sollte, um den spezialisierten Ansprüchen der Solitärinsekten gerecht zu werden, möglichst unterschiedliches Füllmaterial genutzt werden.

Füllmaterial für Insektenhotels und Bienenhäuser sind zum Beispiel:

  • Hohle Pflanzenstängel: In Bambusröhrchen, Gras oder Schilfstängel nisten viele Wildbienen- und Wespenarten, die ihre Bruthöhlen nicht selbst graben.
  • Markhaltige Pflanzenstängel: Wildbienenarten wie die Gewöhnliche Blattschneiderbiene können das Mark der Pflanzenstängel auch selbst ausräumen. Dazu eignen sich Hölzer bzw. Pflanzenstängel von Holunder, Brombeere, Himbeere, Forsythie oder Heckenrose.
  • Nisthölzer: Viele Wildbienenarten legen ihre Eier in kleinen Gänge in Holz. Sie können ihre Nistlöcher aber nicht selbst bohren und legen ihre einer deshalb in verlassenen Gängen bestimmter Käferarten. Solche "Gänge" werden imitiert, in dem man löcher in Hartholz bohrt. Je nach Durchmesser finden sich Bienenarten wie die Mauerbiene, Maskenbiene, Blattschneiderbiene, Löcherbiene oder andere Hautflügler ein.
  • Niststeine: Loch- und Gitterziegel eignen sich für Wildbienen, die im Mauerwerk niesten.
  • Lehm: Einige Wildbienenarten graben ihre Nester in Lehmwände. Dabei gibt es Arten, die ihren Nistplatz lieber selber graben oder schon fertige Gänge nutzen möchten.

Weiter gibt es auch noch Abteilungen, die speziell für Insektenarten bestimmt sind:

  Pflanzenstengel_ausstattung001.jpg

Nistblock und  Pflanzenstengel

  laengsholz52c4386b39b38_285x255

gebohrtes Längsholz

  Florfliegenkasten_ausstattung002.jpg

Florfliegenkasten

  • Florfliegenkasten: Gefüllt mit Stroh, können sich die Florfliegen zu beginn der kalten Jahreszeit zurückziehen. Die roten Lamellen zeihen die Florfliegen besonders an. 
  • Schmetterlingskasten: Manche Schmetterlingsarten überwintern in unausgebauten Dachböden, Schuppen oder Scheunen, wenn sie einen Einschlupf finden. Man kann ihnen aber auch einen Schmetterlingskasten zum überwintern bieten.
  • Ohrwurmbunker: Ohrwürmer verkriechen sich in einem mit Stroh oder Holzwolle gefülltem Tonblumentopf. 

Gebohrtes Längsholz

Gebohrtes Längsholz dient Wildbienen, die ihre Bruthöhlen nicht selbst graben können, als Nisthilfe. Einige Wildbienenarten würden ihre Nester sonst in Fraßgängen von Holzkäfern anlegen, die sie in Totholz finden. Wir ahmen die Fraßgänge nach, indem wir Löcher mit verschiedenen Durchmessern in das Holz bohren. Diese Löcher werden von den Wildbienen sehr gut angenommen, da wir Durchmesser von 4, 5, 6 und 8mm gewählt haben. Außerdem nutzen wir keine normalen Bohrer, da sie, zumindest bei den niedrigen Durchmessern, zu kurz sind. Unser Längsholz ist ca. 10cm tief und fast bis unten durchgebohrt, damit die Wildbienen auch entsprechend viele Kammern anlegen können. In die Kammern, die sie hintereinander anlegen, kommen als Vorrat für die Larven noch Pollen und Nektar. Verschlossen werden die Kammern, je nach Wildbienenart mit einem Mörtel aus Lehm und einem Sekret. Einige Arten verschließen ihre Niströhren z.B. auch mit Blättern, die sie mit ihren Kiefern ausschneiden und zur Brutröhre transportieren.

Wir haben uns entschlossen statt der Äste nun Längsholz zu verwenden. Äste fallen, wenn sie nach einiger Zeit nicht mehr so fest in den Fächern sitzen (durch das nachtrocknen des Holzes) sehr leicht raus. Außerdem nimmt das Hirnholz der Äste viel leichter Feuchtigkeit auf und verursacht dadurch Schimmel in den verschlossenen Nistgängen. Hierdurch sterben die Larven dann leicht ab und eine ganze Generation Wildbienen ist zerstört. Äste reißen beim trocknen auch leichter auf, und Parasiten kommen leicht an die Larven der Wildbienen.

Beim Längsholz läuft Wasser beim Regen leicht ab. Außerdem ist der Block an das Insektenhotel geschraubt und kann nicht rausfallen. Risse können zwar auch entstehen, aber dadurch, dass das Holz quer zur Holzfaser gebohrt wird nicht auf voller länge.